Filmclub Eichkamp – Vivre sa vie (Die Geschichte der Nana S.)


Termin Details


VIVRE SA VIE (Die Geschichte der Nana S.), Frankreich 1962, mit Anna Karina, Brice Parain

Eine junge Frau wird Prostituierte, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen kann, und findet bei einem Streit unter Zuhältern den Tod. Der durch Zwischentitel in zwölf Kapitel gegliederte Film ist Godards erster Versuch, die übliche Filmerzählung durch einen Film-Essay zu ersetzen. Die häufige Diskrepanz zwischen Bild und Ton sowie das scheinbar willkürliche Nebeneinander gegensätzlicher Stilmittel (starre und bewegliche Kamera, Montage- und Plansequenzen, Abblende und Schnitt) hält den Zuschauer auf Distanz und zwingt ihn, mitzudenken statt mitzufühlen. Indem Godard sozusagen Brechts Theorie des epischen Theaters auf den Film anwendet, vollzieht er den bis dahin (1962!) radikalsten Bruch mit dem klassischen Erzählkino. (Film-Dienst)

In einer berühmten Sequenz geht Nana (Anna Karina) ins Kino und betrachtet eine Szene aus Carl Theodor Dreyers Stummfilm “Die Passion der Jeanne d’Arc“ (1928).

Beim deutschen Kinostart wurde ein Gespräch zwischen Nana und dem Philosophen Brice Parain um vier Minuten gekürzt; das ZDF fügte die Sequenz im Jahr 2000 wieder ein.

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